Musikalisierungsprogramm „Wir machen die Musik“

HANNOVER/BAD PYRMONT. Das neue Programm der Landesregierung "Wir machen die Musik" hat der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, im März 2009 in Bad Pyrmont in einer Auftaktveranstaltung vorgestellt. Das Programm soll möglichst vielen Kindern unabhängig von sozialer, ethnischer und regionaler Herkunft einen frühen und einfachen Zugang zur Musik ermöglichen.
Es wurde gemeinsam mit dem Verband niedersächsischer Musikschulen entwickelt. "Wir wollen die musikalische Bildung und das musikalische Angebot für Kinder und Jugendliche ausbauen. Denn gemeinsames Musizieren weckt Freude, stärkt die soziale Kompetenz und fördert das Verständnis für andere Kulturen", erklärte der Kulturminister.
Das Projekt fördert den sehr frühen Zugang von Kindern zur Musik.

Wer wird gefördert?

Das niedersächsische Musikalisierungsprogramm ermöglicht in seiner ersten Stufe im Schuljahr 2009/2010 vor allem 3- bis 5-jährigen Kindern musikalische Bildung noch vor der Einschulung. Mit dieser frühen Förderung hebt sich das niedersächsische Musikalisierungsprogramm deutlich von den Projekten anderer Bundesländer ab. Das Projekt verbindet die Kompetenzen und personellen Möglichkeiten der 72 öffentlichen Musikschulen zunächst mit denen der Kindertageseinrichtungen und ab dem Schuljahr 2010/2011 auch mit denen der Grundschulen.
Das Ministerium fördert das zunächst auf sieben Jahre angelegte Projekt im ersten Jahr 2009 mit einer Anschubfinanzierung von 500.000 Euro und im zweiten Jahr 2010 mit 1,45 Millionen Euro. In den Folgejahren soll die Förderung weiter ausgebaut werden, um mittelfristig möglichst allen Kindern bereits vor der Schulzeit und in der Grundschule Zugang zur Musik und zur umfassenden musikalischen Bildung zu eröffnen.

...und was bedeutet das für die KreisJugendMusikschule Stade?

Musikprogramme für das Vorschulalter gibt es schon sehr lange mit der „Musikalischen Früherziehung“ im Nachmittagsunterricht.
Das Land Niedersachsen und mit ihm die 72 Musikschulen des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen suchen nun nach Unterrichtsmodellen, um vormittags (Fortsetzung Seite 4)in den Kindertagesstätten zusammen mit den Erzieherinnen Musikunterricht anzubieten. Die KreisJugendMusikschule hat mit Projektleiterin Ulrike Schulz schon vor vier Jahren ihr EMU-Konzept (EMU = elementarer Musikunterricht) entwickelt und bietet seit Jahren die mit der Bertelsmannstiftung entwickelte Fortbildung „Kita macht Musik“ mit Hans Georg von der Reith für Erzieherinnen an. Mittlerweile laufen 19 Kurse mit über 360 Kindern in 8 Kindergärten von Apensen bis Großenwörden.
Unsere Musikschule ist hier landesweit Vorreiterin, ebenso wie bei den Schulprojekten, deren Förderung ab dem nächsten Schuljahr anlaufen soll. Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen hat die Musikschule schon über zehn Jahre und seit 2004 besonders entwickelt. Derzeit arbeiten die Musiklehrer der KJM in ca. 120 Kooperationsprojekten mit der Hälfte der 86 Schulen im Landkreis Stade – und die Nachfrage steigt. Musikunterricht in Schulen wird abgesehen von den Gymnasien immer schwerer zu besetzen, weil die Fachkräfte fehlen. Insofern sind die Musikschullehrkräfte als Fachkräfte für das Musikmachen gefragt. Es gibt Projekte wie Gitarrenklassen, Bläserklassen, Streicherklassen, Instrumenten-IGEL (IGEL für Instrumente in der Grundschule erlernen – kann sich nur keiner merken), Mut – Musik und Tanz - Kinder in Bewegung, Musical Gruppen, Rock Bands, HipHop Tanzgruppen etc.—

Wie geht es weiter?

Um die vom Minister gewünschte Flächendeckung zu erreichen, benötigen die Musikschulen mehr Lehrkräfte mit einer weiter entwickelten Fachausbildung für diesen Bereich. Die Musikhochschulen decken diesen Personalbedarf von 72 Musikschulen im Lande nicht annähernd. Insofern ist die KJM in Zusammenarbeit mit dem Verein MusikConTakte (MCT) im Begriff, eine staatlich anerkannte Fachschule für diese Musikvermittlungsberufe zu gründen. Hier würden Weiterbildungen für Unterrichte in Kitas und Schulen angeboten, - solche Fachschulen sind sogar BAföG-fähig.

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